Welches Heizkörperthermostat ist besser: HomeMatic oder Homematic IP?

Stiftung Warentest hat 10 verschiedene Heizkörperthermostate auf deren Funktion getestet. Wenig überraschend war, zumindest für Kenner der eQ-3 Geräte, dass das Homematic IP Heizkörperthermostat aus diesem Test als klarer Sieger mit der Note 2,0 hervorging. Bei dem Test wurde jedoch kein Thermostat von HomeMatic getestet. Jetzt stellt sich mir, und vielleicht auch Dir, natürlich die Frage: Welches Heikörperthermostat von eQ-3 ist besser? HomeMatic oder Homematic IP?


Das Gehäuse:

Vergleicht man beide zunächst rein äußerlich, dann fällt sofort auf, dass sich beide Geräte in diesem Punkt etwas unterscheiden. Zwar sind die Maße der Gehäuse ziemlich gleich, jedoch besitzt das Gerät von HomeMatic (HM) mehr Knöpfe und Einstellmöglichkeiten als das Gegenprodukt von Homematic IP (HM IP).

HomeMatic Homematic IP
Boost-Taste Funktaste
Drehrad zum Verstellen der Temperatur Drehrad mit integriertem Boostknopf
Zeiteinstellungen
Wechsel zwischen Komfort- und Nachttemp.

Beide Geräte vereint jedoch der Batteriebetrieb und die Art und Weise, wie sie an Heizkörper angebracht werden. Je nach Hersteller des Heizkörpers muss der richtige Adapter benutzt werden, um die Thermostate passgerecht anbringen zu können. Das Gute an der Sache ist, dass beide Thermostate mit den selben Adaptern angebracht werden können, da die Mechanik und Anschlüsse, an den Geräten, identisch sind.

Die Display-Helligkeit ist jedoch wieder ein Punkt, der sich unterscheidet. So ist das Display der HM IP Thermostate um einiges heller als die der HM Geräte. Abends oder nachts reicht die Helligkeit beider Displays vollkommen aus. Tagsüber, und speziell bei Sonneneinstrahlung, punktet jedoch das IP Geräte mit dem helleren Display.

Die Steuereinheit/Funktionen:

Um den vollen Funktionsumfang beider Geräte nutzen können, müssen diese an eine zentrale Steuereinheit angelernt werden. Die Standard-Steuereinheiten von beiden unterscheiden sich jedoch massiv, was auch zu verschiedenen Funktionsmöglichkeiten führt:

HomeMatic Homematic IP
Name CCU/CCU2/CCU3 Homematic IP Access Point
GUI (Graphical User Interface) HomeMatic WebUI App
Cloud-Dienste kostenpflichtig über CloudMatic Connect kostenlos
Zeitprofile individuell einstellbar individuell einstellbar
Sprachsteuerung nur über Drittanbieter ja, direkt steuerbar

Temperatur wird von beiden richtig eingestellt:

Ich habe bei mir zu Hause Thermostate von beiden Systemen im Einsatz. Sowohl das Erstellen der Wochenprogramme über das jeweilige Interface, als auch das Regulieren der Temperatur im Automatikmodus funktionieren bei beiden einfach und stets zufriedenstellend.

Um die Temperatur im Raum zu messen, besitzen beide Geräte ein eingebautes Thermometer. Vergleicht man die Werte mit zusätzlichen mobilen Thermometern, so stimmen diese immer überein und führen dadurch absolut zufriedenstellend, und ohne Unterschiede zwischen den Systemen, zur gewünschten Temperatur.

HomeMatic auch ohne CCU nutzbar:

Wie oben schon kurz beschrieben, werden die Steuereinheiten für den vollen Funktionsumfang der Heizkörperthermostate benötigt. Die Thermostate von HomeMatic können jedoch auch ohne eine CCU genutzt werden. Bestückt man es mit Batterien und stellt die richtige Zeit, so kann man auch direkt am Gerät bereits voreingestellte Wochenprogramme oder individuelle Programmierungen am Gerät vornehmen.

Anbindung zu anderen Herstellern:

Prinzipiell verbinden die CCU oder der Access Point die einzelnen Geräte mit dem W-LAN, also dem eigenen Heimnetzwerk. Im Falle des Access Points werden die HM IP Komponenten sogar mit dem Internet verbunden. Über diese Verbindungen lassen sich Verknüpfungen zu Produkten von anderen Smart Home Herstellern einrichten.

Homematic IP: Verwendet man dieses ohne Drittanbieter-Software oder -Hardware (z.B. Raspberry Pi + ioBroker), gibt es keine Möglichkeiten, um es mit anderen Systemen ohne einen Cloud-Dienst zu vereinen. Das „Smart Home“ kann in diesem Fall also nicht rein lokal betrieben werden. Aktuell werden auf der Homepage von HM IP Conrad Connect und die Smartfrog Kamera als kompatible Geräte beworben. Die Kamera kann direkt in die HM IP App integriert werden und mittels Conrad Connect kann das System mit verschiedensten anderen Herstellern verbunden werden.

HomeMatic: Der große Vorteil hier ist, dass keine Cloud-Dienste benötigt werden. Alle Daten der Sensoren, Schalter, Lautsprecher etc. werden zentral und lokal im Eigenheim gespeichert und verwaltet. Auch die Verknüpfungen zu anderen Systemen sind davon betroffen. Über GitHub oder andere Plattformen wird überwiegend kostenlose Zusatzsoftware zur Verfügung gestellt, über welche man sehr viele andere Hersteller mit dem HomeMatic-System verbinden kann.

Mein Fazit:

Nach genauerem Gegenüberstellen der beide Geräte, bin ich der Meinung, dass man die Frage: „Welches Gerät ist besser?“ umändern sollte in: „Welches Gerät passt besser zu mir?„!

Zwar sind HomeMatic und Homematic IP beide Systeme von eQ-3 und auch äußerlich ähneln sich die Heizkörperthermostate, jedoch ist die Zielsetzung der Systeme deutlich zu unterscheiden.

Möchte man ein Smart Home besitzen, in dem man einfach per App und Sprachbefehl Dinge steuern kann, ohne großartiges Programmieren oder Tüfteln, dann ist Homematic IP genau die richtige Lösung. Sind die Heizkörperthermostate einmal mit dem Access Point verbunden, gibt es vordefinierte Befehle und Möglichkeiten zur Steuerung, z.B. via Alexa und Co., die vermutlich 90 % der Menschen ausreichen.

Ist man jedoch eher am Tüfteln, Basteln und an der Hoheit der eigenen Daten (keine Cloud-Dienste) interessiert, so findet man sich vermutlich in den restlichen 10 % wieder. HomeMatic lässt das Herz vieler Bastler und Programmierer höher schlagen, da es unzählige Möglichkeiten gibt, wie man das eigene Smart Home stets verbessern oder erweitern kann.

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