Conrad Connect im Detail – Mehrwert für Profis und Amateure

Der Elektrofachmarkt „Conrad“ wird für viele ein geläufiger Begriff sein. Doch wenn Du dich jetzt auch fragst, was Conrad Connect ist, dann sind wir schon zu zweit. Denn wir beide wussten nicht, um was es sich dabei handelt, als wir davon zum ersten Mal hörten. Daher hab ich mir Conrad Connect näher angesehen und war verblüfft, was es alles kann.


Kurz zusammengefasst

Conrad Connect ist eine der größten IoT-Plattformen, auf der man aktuell mehr als 3000 (Tendenz steigend) cloud-basierte Smart Home Geräte miteinander verknüpfen kann. Dank der größtenteils kostenlosen Funktionen, können so die Produkte vieler namhafter Hersteller miteinander interagieren und weitreichende Automatismen für das eigene Smart Home eingerichtet werden.

 

Kompatible Systeme

Als jüngste Errungenschaft bewirbt Conrad aktuell die Integration von Homematic IP auf deren Plattform. Aber auch viele andere namhafte und bekannte Hersteller gehören dazu:

An dieser Stelle fiel mir sofort auf, dass Tadfri nicht gelistet wurde. Das ist für mich der erste Fall, indem zwar Philips Hue integrierbar ist, aber nicht IKEAs Tradfri. Die Tradfri Geräte sind nur über das Philips Gateway einzubinden. Es bleibt zu hoffen, dass auch das smarte System von IKEA  in Zukunft direkt eingebunden werden kann.

So funktioniert’s:

Um die Plattform nutzen zu können muss zunächst ein kostenloser Account angelegt werden. Dieser ist schnell und einfach eingerichtet. Auf der Webseite von Conrad Connect gibt für die folgenden ersten Schritte eine kleine Anleitung- schon fast ein kleines Tutorial– welches ich dir definitiv ans Herz legen möchte. Mir persönlich hat es zu Beginn gut weitergeholfen

Smart Home Geräte verbinden

Damit die smarten Geräte überhaupt mit Conrad Connect kommunizieren können, muss dieser Verbindung erst mal zugestimmt werden. Im oberen Menüpunkt „Produkte & Services“ wird das zu verbindende System ausgewählt, z.B. Philips Hue, und mit Klick auf „Authentifizieren“ der Verbindungsvorgang gestartet. Wie bei allen cloud-basierten Systemen, müssen in den folgenden Schritten die spezifischen Zugangsdaten zum jeweiligen System eingegeben werden. Ist dies erfolgreich geschehen kann es auch schon losgehen.

Projekt erstellen

In den sogenannten „Projekten“ kann man die vorhin bereits genannten Verknüpfungen erstellen. Wie genau das funktioniert lässt sich am besten mit einem Video erklären.

Kleiner Hinweis zum Video: Der Punkt „Regel“ im Video ist nun in der neuen Version als „Projekte“ unbenannt worden.

Die Performance des Projekte-Editors finde ich nicht zu 100 % zufriedenstellend. Manchmal dauerte es ziemlich lange, bis sich der komplette Editor aufgebaut hat und auch die Handhabung ist nicht vollkommen optimal. Zwar funktioniert an sich alles, jedoch könnte Conrad dort noch etwas nachbessern.

Dashboard erstellen

Das Dashboard kann genutzt werden, um eine Art Monitoring der eigenen Geräte zu erstellen. Dieses kann mit Widgets vollkommen personalisiert und so den eigenen Wünschen entsprechend eingerichtet werden. Dazu klickt man auf das +-Symbol in der unteren rechten Ecke und wählt dort das jeweilige Gerät und die Art und Weise aus, wie es angezeigt werden soll. Natürlich können dort nur die Systeme angezeigt werden, die vorher auch mit Conrad Connect verbunden wurden.

Oberhalb der einzelnen Widgets befinden sich auch kleine Einstellungs-Zeichen. Mit diesen können die  Objekte noch weiter spezifiziert und leicht verändert werden.

Philips Hue nicht im Dashboard

Als ich mein Philips Hue System verbunden habe, wurde mir sofort signalisiert, welche Lampen nun synchronisiert wurden. Dort tauchten auch alle Lampen auf. So weit also so gut. Voller Tatendrang wollte ich diese dann auch in das Dashboard einfügen, um auf einen Blick sehen zu können, welche Lampen ein und welche aus geschaltet sind. Aber Fehlanzeige! Die Hue Lampen tauchen nicht in der Widget-Liste auf. Daraufhin habe ich mich dem Forum zugewandt und dort von einem der Administratoren erfahren, dass ein Monitoring von Philips Hue im Dashboard nicht möglich ist, da diese nur als Aktoren genutzt werden können. Für mich ist das allerdings unverständlich, da bei jedem anderen Drittanbieter die Schaltzustände der Hue Lampen einsehbar und abfragbar sind.

Inwiefern Lampen anderer Hersteller davon betroffen sind, kann ich nicht genau sagen, da ich nur Philips Hue und IKEA Tradfri zu Hause benutze. Wie oben schon beschrieben ist Tradfri aktuell noch nicht direkt kompatibel.

Kostenpflichtige Dienste

Leider ist Conrad Connect nicht zu 100 % kostenlos. Mit Zusatzdiensten können zum Beispiel, mehr private Projekte erstellt werden, ohne dass diese veröffentlicht werden müssen, oder das SMS-Kontingent kann von 15 kostenlosen auf einen größeren Betrag angehoben werden.

Begrenzt sind wohl die Anzahl der kostenlosen SMS, die Anzahl der eigenen Projekte (die erstellt werden können, ohne dass man sie veröffentlichen muss), die Anzahl der Dashboards und Widgets und die Datenhistorie.

Mit dem Dienst Unified Inbox ist es sogar möglich Whats App zu integrieren. Wählt man diesen Dienst, können „Action-Button-Projekte“ via Sprach- oder Textnachricht ausgeführt werden.


Mein Fazit

– Große Plattform, tolle Funktionen, kleine Beanstandungen – 

Ich finde Conrad Connect hat einen Platz in jedem Smart Home verdient. Wer sich bewusst für cloud-basierte Smart Home Systeme entschieden hat und gerne auf ein einfaches Monitoring und einfaches Verknüpfen von verschieden Systemen zurückgreifen möchte, der ist bei Conrad Connect an der richtigen Stelle.

Sowohl die Projekte, als auch die Verbindung der einzelnen Systeme funktioniert super und stabil. Sollte es dennoch mal zu einem Problem kommen gibt ein kostenloses Forum, in welchem man schnell auf eine Lösung des Problems kommen sollte. Auch das Monitoring klappt hervorragend und wer die Werte nicht unbedingt alle 30 Sekunden updaten möchte, wird hiermit sicher zufrieden sein.

Zwar sollten die kostenlosen Dienste für einen normalen Haushalt durchaus ausreichen, dennoch trübt es den ganzen Schein etwas, dass Conrad die kostenlosen Funktionen stark reglementiert und man nur durch Zusatzkosten, in Form von vielen kleinen Zusatz-Paketen, alle Funktionen unbegrenzt nutzen kann. Ja, diese kleinen vielen Pakete schaffen durchaus Flexibilität, vor allem, weil nicht jeder, alles braucht. Dennoch bin ich der Meinung, dass ein Komplettpaket zu einem Einheitspreis sinnvoller wäre, um eine breite Masse anzusprechen.

Auch die Performance des Editors ist nicht komplett zufriedenstellend. Zwar funktioniert alles, jedoch könnte die Ladedauer der Web-Application verbessert werden.

Die Liste der Partner-Systeme ist prall gefüllt und wird wohl auch in Zukunft noch stetig wachsen. Schade finde ich es trotzdem, dass wie oben beschrieben, Philips Hue nicht in das Monitoring/Dashboard integrierbar ist. Dies könnte sich aber vielleicht noch ändern. Ich bleibe einfach mal zuversichtlich 😉

Alles in Allem bin ich sehr zufrieden und hatte viel Spaß dabei mich mit dem Thema Conrad Connect auseinander setzen zu dürfen.

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