So filmt die IP-Kamera erst wenn alle weg sind!

Heute möchte ich Dir zeigen, wie man eine einfache Anwesenheitserkennung mit einem smarten Türschloss im ioBroker erstellt und dadurch eine IFTTT-kompatible IP-Kamera steuert.


Anwendungsbeispiel:

Du besitzt eine IP-Sicherheitskamera und diese soll nur dann filmen, wenn alle Familienmitglieder das Anwesen verlassen haben und sie soll sich wieder automatisch ausschalten sobald das erste Mitglied der Familie daheim eintrifft.

Kurz erklärt – Warum ioBroker und nicht Life360 in IFTTT?

Life360 greift ständig auf die Standortdaten der Smartphones zu. Dies wollte ich verhindern und setze daher eher auf eine lokale Lösung. Mit einem smarten Türschloss wird lediglich festgestellt, ob die Tür ver- oder entriegelt ist. Es werden keine Standort- oder personenbezogene Daten erhoben. Näheres dazu im weiteren Beitrag. Eine ausführlichere Erklärung zur Frage der Überschrift kannst Du weiter unten nachlesen.


Voraussetzungen:

  • IFTTT-Account
  • IP-Kamera mit Kompatibilität zu IFTTT
  • installierter ioBroker
  • smartes Türschloss, ich verwende die Keymatic von Homematic
  • fest zugewiesene IP-Adresse zum Smartphone

Die Funktionsweise:

Über den ioBroker kann der Status des smarten Türschlosses abgefragt werden. So wird indirekt festgestellt, ob sich jemand in der Wohnung/dem Haus befindet oder nicht. Durch ein Script wird dann über einen Webrequest i.V.m. dem Service Webhooks an IFTTT weitergeleitet, ob ein vordefiniertes Event, hier „einerhier“ oder „keinerhier“, eingetreten ist. Anhand dieser Events wird dann die IP-Kamera, durch ein Verknüpfen der Dienste in IFTTT, ein- oder ausgeschaltet.

Das Script

 

Dies ist lediglich eine allgemeine Ausführung, wie das Script in etwa aussehen sollte. Weitere Bedingungen oder Abfragen können natürlich von jedem selbst hinzugefügt werden.

Beachte: Bereits im Script müssen die oben bereits erwähnten Event-Namen vergeben werden. Diese hab ich im Bild mit roten Kreisen markiert. Die URL die hier bei den Requests eingetragen werden muss findet man bei IFTTT. Dort sucht man den Service „Webhooks“ und öffnet dann dort die Dokumentation. Dort findet man den Punkt „Make a POST or GET web request to:“. Den Link darunter braucht man, um diesen im ioBroker einzutragen. Im Link ist ein Platzhalter {event} eingefügt. An dieser Stelle kannst Du einen Event-Namen nach belieben vergeben. Jedoch sollte kein Leerzeichen oder andere Sonderzeichen enthalten sein.

Wenn Du das Sricpt nach deinen Wünschen erstellt hast, muss es nur noch gespeichert und aktiviert werden.

Weiter geht’s in IFTTT

Dort müssen lediglich die Applets für deine Events erstellt werden. Wie das funktioniert findest Du in diesem Beitrag. Dort habe ich genauer erklärt, wie man ein Applet erstellt.

Beachte: Ist der Service Webhooks ausgewählt, muss bei der Schreibweise des Event-Namen aufgepasst werden. Denn die Schreibweise mit der im ioBroker-Script übereinstimmen. Auch die Groß- und Kleinschreibung sind hier wichtig.

Die letzten Schritte

Sobald das Applet erfolgreich erstellt wurde kann es ausprobiert werden. Dazu einfach die Notifications im jeweiligen Applet aktivieren und schon erhält man eine Meldung ob die jeweilige Aktion ausgeführt wird. Wer zum Test die Wohnung oder das Haus nicht unbedingt verlassen möchte, der kann es natürlich auch testen, indem man das Smartphone in den Flugmodus versetzt.


Vollständig erklärt – Warum ioBroker und nicht Life360?

Im ioBroker werden alle Daten zentral und vor allem lokal, also im eigenen Heimnetzwerk, verwaltet, gespeichert und verarbeitet. Das bedeutet, dass das Aktivitätenlog nicht in einer Cloud gespeichert wird. Zudem war es mir persönlich ein Anliegen, dass meine IP-Kamera, in meinem Fall die Wyze Cam V2, nicht über die Standortdaten meines Smartphones, sondern direkt über mein Heimnetzwerk getriggert wird.

Life360 dagegen ist ein Cloud-Dienst, welcher anhand der Standortdaten des Smartphones die aktuelle Position feststellen kann. Um Life360 nutzen zu können muss eine App heruntergeladen werden und alle Personen müssen der ständigen Abfrage der Standortdaten zustimmen, damit die eingerichteten Automatismen im Smart Home auch zuverlässig ausgeführt werden können. Daraus folgt natürlich auch, dass man ständig kontrollieren könnte, wo sich die anderen Familienmitglieder aufhalten. Meiner Meinung nach kollidiert dies jedoch mit der Privatsphäre anderer Personen.

Prinzipiell muss jeder selbst entscheiden in welche Richtung man mit seinem Smart Home gehen möchte. Ich persönlich habe mich dazu entschieden, so wenig wie nur möglich über Cloud-Dienste zu arbeiten. Vor allem wenn es um meine Standortdaten geht bin ich besonders vorsichtig und möchte diese daher nicht jedem beliebigen Anbieter zur Verfügung stellen.

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